Website der Motorsportfreunde Freising ´73 e.V. im ADAC
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Historisches von unseren Aktiven

Neue Fotos aus alten Zeiten 7

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Neue Fotos aus früheren Zeiten 5

Neue Fotos aus früheren Zeiten 4

Beim Aufräumen habe ich tatsächlich Negative gefunden, die mir gänzlich unbekannt waren. Es sind auf alle Fälle Rallyesprints in Bayern. Vermutlich Labertal und Miesbach. Über den Jahrgang ist man sich noch uneinig, der Zeitraum liegt wohl zwischen 1993 und 1997.

Fröttmaninger Heide - Von der Rallye-WP zum Naturschutzpark

Motoren heulten, Hecktriebler legten wilde Drifts hin, der Schotter spritzte und das Publikum stand begeistert im Staub. Über ein Vierteljahrhundert ist es her, dass auf der Fröttmaninger Heide im Norden München letzte Rallyeprüfungen ausgetragen wurden. Heute liegt die ebene Heidefläche ziemlich brach, Naturschützer haben die Oberhand erlangt. Dennoch donnern weiterhin die Motoren - auf der A 99, die quer durch das Biotop führt.

Ein riesiges Gebiet, über 300 Hektar groß: die Fröttmaninger Heide, Bestandteil der Münchner Schotterebene und Heimat einer besonderen Flora und Fauna. Im Auslauf der Alpen entstand die Schotterfläche während mehrerer Eiszeiten. Vor 150 Jahren übte hier das bayerische Militär, Schäfer nutzten die karge Ebene als Weidefläche. Nach dem zweiten Weltkrieg bemächtigten sich die amerikanischen Besatzer des Geländes und nutzten es für Manöver und als Schießplatz. Für die Münchner war die Fröttmaninger Heide damals tabu. Das Dorf Fröttmaning wurde wegen des Baus des Autobahnkreuzes München-Nord in den 60er Jahren dem Erdboden gleich gemacht. Letzte Höfe fielen wegen der Mülldeponie 1969. Nur die Kirche Heilig-Kreuz blieb bis heute erhalten.

Anfang der 70er Jahre übernahm die Bundeswehr das Areal von den Amerikanern. Der Verfasser selbst schleppte noch in den frühen 80ern ein Gewehr G 3 samt Marschgepäck im simulierten Kampf gegen bösen Sowjets über das Gelände und hob mit seinem EAG-Unimog mit Heckbagger Schützengräben für Panzergrenadiere aus. Etwas später, immer noch in den 80er Jahren, wurde mit dem Bau der A 99, begonnen, und die Fröttmaninger Heide wurde erneut durchschnitten. Erwähnenswert ist auch die am Westrand in Richtung Hochbrück anlässlich der Olympischen Spiele 1972 entstandene Schießanlage. Das damals gebaute Hotel mit Restaurant ist immer noch in Betrieb, und wird heute noch gerne für Großveranstaltungen genutzt.

Mit der Gründung des Heideflächenvereins in den 90er Jahren wurden die Flächen zunehmend geschützt und gingen 2006 zusammen mit der Garchinger Heide und noch einigen anderen Flächen in deren Besitz über. Die heutige Flora, Funga und Fauna beherbergt selbst für den Nichtfachmann interessante Pflanzen, Pilze und Tiere. So sind der Flockige Nabelrötling oder der safrangelbe Saftling eher häufig vertreten, der fuchsigbraune Rissling zählt zu den eher selteneren Pilzen. Neben vielen Vogelarten, Heuschrecken und über 40 Falterarten kommen auch die blauflügelige Ödlandschnecke sowie die Zweifarbige Beißschnecke in diesem Gebiet vor.

In den wilden 70er Jahren wurden viele Rallies in der Schotterebene veranstaltet. Speziell der Münchner Verein AC Bavaria und der ADAC Gau Südbayern hielten hier oft eine Wertungsprüfung für die Rallye Bavaria oder die 3-Städte Rallye ab. Die Bavaria zählte damals noch zur Deutschen Rallyemeisterschaft mit Start und Ziel in München und sie war ebenfalls ein Lauf zum Mitropa-Cup. Das waren damals noch nicht jene Rallies, die nur auf Bestzeit liefen, sondern in 36 Stunden oder mehr ohne Schlaf mußten Soll- und Schnittzeiten eingehalten werden. 500 bis 1000 waren die übliche Distanz. Illustre Namen standen auf den Starterlisten: Andersson/Hertz auf Toyota, Verini/Macaluso auf Fiat 124, Carlsson/Petersen auf Opel Ascona A oder die Österreicher Dietmayer/Boruta auf BMW 2002. Unter den deutschen Teilnehmern dieser Tage standen die Namen Schewe, Kleint, Röhrl, Rack, Altenheimer, Hainbach und Smolej zu lesen - dazu natürlich ein Heer von Privatfahrern.

Besonders beliebt waren die Strecken auf der Fröttmaninger Heide nicht. So steht im "Sportfahrer" 1974 über die Bavaria: "Am Stadtrand von München bot aber der Veranstalter dann die Spitze. Die Autos wurden in einer Sonderprüfung durch ein Panzerübungsgelände gejagt, dass es selbst den Zuschauern in der Seele wehtat, wie die Autos leiden mussten." Trotzdem hatte die Rallye 120 Starter. Im gleichen Jahr fand auch die Wertungsprüfung 1 der 3-Städte Rallye auf der Fröttmaninger Heide statt. Auch hier wurde vom Material einiges gefordert. Das Münchner Team Gerber/Thalmair schied nach dieser Prüfung mit technischen Defekt aus. Die Sieger dieser Rallye München Wien Budapest hießen Wolfgang Hauck/Willi Pitz auf Porsche. Mitte der 70er Jahre zählte die Rallye Bavaria nicht mehr zur Deutschen Meisterschaft, sondern wurde ein Bayerischer Meisterschaftslauf. Die Veranstaltung fand nicht mehr im September statt, sondern Anfang Februar, was witterungsbedingt neue Widrigkeiten hervorbrachte. Regen, Schnee und Schlamm waren nun fester Bestandteil der Rallye. Zu den frühen Opfern 1979 auf der 3-Städte Rallye zählte Tony Pond der nach der Fröttmaninger Heide seinen Ferrari 308 GTB abstellen musste. 1981 erging es Billi Koch und Hans Götz im Audi 80 ebenso.

Die 3-Städte Rallye, ausgerichtet vom ADAC Südbayern fuhr letztmalig 1981 über das Gelände. Alfons Stock/Paul Schmuck wurden damals auf ihrem grünen Rheila-Golf Deutsche Rallyemeister. Gesamtsieger damals waren übrigens Kleint/Wanger auf Opel Ascona 400 und Weber/Öchsner errangen den 6. Gesamtrang auf Opel. Anfang der 80er Jahre wurde die ADAC-Rallyeschule aus der Taufe gehoben. Die praktischen Einheiten des Top-Lehrganges wurden ebenfalls auf der Fröttmaninger Heide ausgetragen. Harald Demuth und Alfons Stock hießen die Instruktoren, und unter ihren Schützlingen waren viele heute noch bekannte Motorsportler wie Georg Plasa, Klaus Stöcker, Horst-Lars Müller oder Hans Götz.

Anfang der 80er Jahre waren die Prüfungen auf der Fröttmaninger Heide für Bayerische und Münchner Rallyefans ein beliebter Zuschauertermin. Die Teams rekrutierten sich meist aus Münchnern und Oberbayern, auch ein paar Franken zog es wegen der Bayerischen Meisterschaft zur Rallye Bavaria. Während 1980 noch 125 Fahrzeuge am Start standen, fanden 1984 nur noch 33 Teams den Weg nach München. 1986 fand die Rallye Bavaria meines Wissens zum letzten Mal statt. Theo Supparitsch hielt eisern an der "Heide" fest und startete auf einem Opel Ascona mit der Startnummer 1 auch auf der letzten Bavaria. Als Rallyeersatz für das Publikum und Aktive wurden in dieser Zeit so genannte Cross-Slalom ausgerichtet, ebenfalls auf dem Gelände rund um die Olympia-Schiessanlage. Außerdem fanden viele Fahrertrainings und Einstellfahrten von Münchner Motorsportvereinen dort statt, sowie der eine oder andere Automobilslalom.

Und heute? Tausende Autos mit Katalysater und mit Rußpartikelfiltern ausgestattete LKW durchqueren die Heide über die A 99, aber rechts und links des Betonstreifens werden die bösen Abgase und der böse Autolärm angehalten. Es dominieren die gute Heideluft und das Tschiepen der Vögel. Schon Hundehalter zählen zur Apokalypse auf dem Gelände. Eine Motorveranstaltung? Undenkbar! Dafür Fußball in Reinkultur. Denn die Allianz-Arena liegt mitten in der Fröttmaninger Heide.

Reive

Int. Rallye Skoda/Bohemia 1986

Die 12. Ausgabe dieser Rallye hieß 1985 noch Rallye Skoda. Im Jahr 1986 nannte man sie schon Rallye Bohemia. Der Name ist bis heute geblieben. Diesen Sommer 2015 fand bereits die 43. Ausgabe in Mlada Boleslav statt. 1986 war es ein EM-Lauf mit dem Koeffizient 2. Auf 45 Prüfungen waren 584 WP-Kilometer verteilt, bei 1100 km Gesamtstrecke. Nachdem einige Bayern zu dieser Rallye in der CSSR aufbrachen, wollten wir, Reinhard Veit/Thomas Kliche mit einem 112 PS-VW Golf auch mit dabei sein. Es sollte unsere erste internationale Rallye sein. Vom MSF-Freising reiste das Team Franz Obermaier mit Martin Summerer an. Als Service war Konrad Ruppert und Theo Supparitsch mitgefahren. Nicht zu vergessen der heutige blaugelbe Ascona von Hans Kögl war auch dabei, damals noch in Besitz von Karl Schieritz und von rotgelber Farbe. Unter den 150 Startern waren weitere Bayern wie das Ehepaar Sontheimer, Pilsl/Brust, Atzinger/Reichel, Schindler/Gams, Schieritz/Scherzer, noch ein paar Franken und sogar Armin Schwarz/Hösch in einem Audi 80 Quattro. Ausgeschrieben zu diesem Mitropa-Cup-Lauf waren die Gruppen A,N und B. Es war wie allgemein bekannt das letzte Jahr mit Gruppe B Autos. Das tat auch dem Ostblock weh. Denn ihre Ladas und Skodas waren ebenfalls in der Gruppe B homologiert. Die wurden allerdings noch jahrelang weitergefahren, allerdings nur im eigenen Land. Neben den üblichen Vertretern aus den Ostblock-Ländern waren auch einige Schweden, Finnen, Belgier, Holländer, Franzosen und sogar ein Luxemburger im Feld. Sogar die DDR schickte einen Schwung Gruppe A Werks-Wartburg 353 von den allerdings keiner das Ziel sah. Wenn man die Sache einigermaßen richtig angehen wollte, musste man eine Woche Urlaub nehmen. Den gut 400 km Anfahrt und 25 Prüfungen die man mehrmals trainieren sollte, erforderten einige Tage hartes Autofahren in den böhmischen Landschaften.

Unter den Teilnehmern gab es sogar Favoriten. Zum EM-Punkte abholen, waren zwei Lancia 037 angereist mit Snijers/Colebunders und Pregliasco/Cavalleri. Die Reihung dahinter konnte man schwer voraussagen. Shekhar Metha mit Ehefrau Yvonne auf einem Skoda 130 waren auch eher zum Urlaub machen angereist. Petersen/Bockelmann in einem Manta 400 rechneten sich im Gesamt da schon mehr aus. Das mehrtägige Trainieren war wirklich eine anstrengende Sache, da konnten auch die Abende in der Disco nicht darüber hinweg helfen. Auf den Prüfungen mit mehreren Kilometern Eisenbahnschotter tat mir unser Auto schon im Vorfeld leid. Aber so weit sollten wir gar nicht kommen. Mit Startnummer 89 gingen wir am ersten Tag auf die Strecke. Ohne Probleme spulte unser Golf die gemischten Prüfungen ab. Bei Orga-Problemen halfen uns Werner Brust und Monika Eckardt. Am Morgen des zweiten Tages nach einer guten Stunde Fahrzeit, starteten wir als 51. und Obermaier/Summerer als 67. des Feldes. Die Führung hatte Snijers im Lancia 037 übernommen. Am Vormittag es zweiten Tages sind wir dann leider mit Antriebswellenschaden ausgefallen. Eigentlich klar, Serienwellen stehen das nicht lange durch. Auch Obermaier/Summerer fielen kurz danach mit technischen Defekt aus. Schieritz und Pilsl waren mit ihren Asconas bereits ebenfalls ausgefallen. Zwischen Rolf Petersen im Manta 400 und dem Schweden Mats Jonsson im B-Ascona Gr. A brach ein Zweikampf um den 3. Gesamtplatz aus. Nach dreieinhalb Stunden Fahrzeit musste sich Petersen mit 3 Minuten Rückstand geschlagen geben. Der war allerdings mächtig sauer und erwog einen Protest gegen den Gr. A-Ascona. Fünfter und weitere 3 Minuten dahinter wurde der Ascona 400 mit Ralf Richter/Burkhard Wendel. Elfter wurde noch Armin Schwarz mit Hans Joachim Hösch. 61 Teams kamen ins Ziel. Allerdings sind nur 280 WP-Kilometer gefahren worden, der Rest wurde gecancelt. Aus welchen Grund auch immer sind wir bis zur Siegerehrung im Kulturpalast geblieben und konnten einer pompös aufgemachte Veranstaltung beiwohnen.

Reive

Clubrallye MC Neuhausen 1982

Ein paar Wochen zuvor hatte Walter Röhrl mit einem Opel Ascona 400 überlegen die Rallye Monte Carlo gewonnen. Im März 1982 richtete der MC Neuhausen München eine Clubrallye im Raum Erding aus. Fahrtleiter war damals Hans Götz und Werner Hagenbuchner. Eine Clubrallye hatte 6 WPs mit je 800 Metern. In diesem Fall gemischt mit Schotter und Asphalt. Vom MSF Freising waren damals sehr viele Mitglieder an den Start gegangen. Und sie sollen auch kurz aufgeführt werden. Escortfahrer (Lang) mit Gottfried Burischek, Manfred Schmid/Richard Rank, Bernhard Geltinger/Andreas Glatt, Hans Kögl/(Jahoda), Konrad Baur/Theo Supparitsch, Peter und Dagmar Meyer, Alfred Brader/Gertraud Dietl und Stefan Seitz/Gerhard Regullian. Start war in Aufkirchen bei Erding und das Ziel beim Neuwirt in Oberding. Auch der Clublose Reinhard Veit ging als Co und einem betagten A-Ascona mit Tageslizenz an den Start. Ein Freund begleitete uns mit dem Fotoapparat, sodass wir etwas an Bildmaterial zeigen können. Mit nur ein paar Orientierungsfahrten an Erfahrung, einem Dreipunktgurt und den Helmen aus unserer Mofa-Zeit stürzten wir uns in das Geschehen. Die Technische Abnahme führte Billy Koch durch. Ein durchgerosteter Kotflügel gefiel im gar nicht an unserem Auto, aber mit einer Portion Bundeswehrklebeband konnten wir ihn zufriedenstellen. Knapp 60 Starter waren es damals und vom Suzuki LJ Jeep bis zum Gruppe 2 BMW war alles dabei. Das man sich auf 800 Meter auch überschlagen kann sieht an den Fotos des Aiblinger Renault 5-Teams. Neben ein paar guten Zeiten in der Klasse setzen wir unseren Ascona auf der letzten WP ins Feld. Mit gehörigen Zeitverlust schafften wir auf unserer ersten Rallye aber doch die Zielankunft. Gewonnen hat diese Veranstaltung übrigens ein gut gehender Simca Rallye 2 aus der 1300ter Klasse mit dem Team Mayer/Grandt. Schnellster MSFler wurde Hans Kögl als Fünfter des Feldes. Im "Report", einer damaligen bayerischen Rallyezeitschrift wurde über die Veranstaltung ausführlich berichtet und Erwin Weber schrieb bereits als Opel-Werksfahrer ein Kolumne im gleichen Heft. Ja so war das damals....;-)

Reive

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Die späten 90iger Jahre

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